Die Ausbildung zum Kosmetischen ChirurgenEs gibt keinen „Facharzt für Kosmetische Chirurgie“. Die ärztliche Berufsausbildung hat die Therapie von Krankheiten bzw. körperlichen Gebrechen zum Ziel. Im Fokus stand seit jeher die Vermittlung der zur Heilbehandlung erforderlichen medizinischen Kenntnisse und Fertigkeiten. Die Spezialkenntnisse für kosmetische Eingriffe erwerben Ärzte aller Fachrichtungen nur im Rahmen freiwilliger Zusatzausbildungen. Ärzte des Spezialfaches Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, das vor etwa 20 Jahren eingeführt wurde, versuchen weltweit, sich in medialen Beiträgen und durch Lobbying als einzig befugte Fachärzte für Kosmetische Chirurgie hinzustellen. Hier wird aber aus wirtschaftlichen Interessen Fehlinformation betrieben. Plastische Chirurgen werden in ihrer Spitalszeit genausowenig für kosmetische Eingriffe ausgebildet, wie andere Ärzte. Sie sind auch nicht besser geeignet für kosmetische Eingriffe als andere Ärzte, ganz im Gegenteil neigen sie wegen ihres Ausbildungsschwerpunktes Wiederherstellungschirurgie nach Tumoren und Unfällen zu eher aggressivem operativem Vorgehen oft unter Vollnarkose, was in der Folge erhöhte Komplikationsraten und unnatürliche kosmetische Ergebnisse zur Folge haben kann. Eine interne Statistik der American Academy of Cosmetic Surgery, der Ärzte aller Fachrichtungen angehören, belegte in den 90er Jahren, daß Plastische Chirurgen unter allen Ärzten die höchste Komplikations- und Klagsrate nach kosmetischen Eingriffen hatten. Eine Beschränkung der Kosmetischen Chirurgie auf einzelne medizinische Fächer wäre nachteilig für den Patienten. Die Kosmetische Chirurgie wurde seit jeher von Ärzten aller Fächer vorangetrieben und weiterentwickelt und ist interdisziplinär. Entscheidend sind Spezialisierung und Erfahrung des Arztes. Bei der Auswahl des Arztes Ihres Vertrauens sollten Sie daher unbedingt nachfragen, welche Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen er absolviert und wie oft er den beabsichtigten Eingriff bereits durchgeführt hat. Lassen Sie sich Nachweise zeigen! Vorher-Nachher-Fotos können einen guten Eindruck vom ästhetischen Geschick des Operateurs vermitteln. Bedenken Sie außerdem, daß sich neue Operationsmethoden bei jenen Chirurgen, die in engen Fachgrenzen denken, nur sehr langsam durchsetzen, wie jede Neuerung. Leichter werden sich Ärzte tun, die eine fachübergreifendere Grundausbildung absolviert und zusätzlich zu chirurgischen auch in internistischen und besonders endokrinologischen Kategorien zu denken gelernt haben. Versichern Sie sich, daß Ihr Kosmetischer Chirurg Facharzt für Allgemeinmedizin* ist – bei ihm sind Sie besser aufgehoben, als bei einem Plastischen Chirurgen, der wahrscheinlich Silikon, Skalpell und Vollnarkose propagieren wird. Wichtig ist auch die Mitgliedschaft in anerkannten kosmetisch-chirurgischen Fachgesellschaften (z.B. AACS). Ob der Arzt zusätzlich zum Fach Allgemeinmedizin und seiner Zusatzausbildungen in Kosmetischer Chirurgie und Anti-Aging-Medizin noch in weiteren ärztlichen Fächern ausgebildet ist, ist hingegen unwichtig. Weitere Informationen unter www.bewiseaboutbeauty.org.
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